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„Blackout“ in Kärnten

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„Blackout“ in Kärnten

Landesregierung wurde evakuiert

Im Rahmen einer groß angelegten Katastrophenschutzübung proben Kärntner Einsatzkräfte drei Tage lang für den Ernstfall. Am Mittwoch um 13.30 Uhr wurde im Regierungsgebäude in Klagenfurt der Strom abgeschaltet.

Am Mittwoch um 13.30 Uhr wurde es finster im Regierungsgebäude am Arnulfplatz in Klagenfurt. Gleichzeitig wurde der Hausalarm ausgelöst. Das gesamte Gebäude musste evakuiert werden. Eine Notstromversorgung wurde aktiviert. Das Szenario ist Teil der Katastrophenschutzübung „Combined Success 2018“, die von Dienstag bis Donnerstag in Kärnten abgehalten wird. Übungsannahme ist ein so genannter „Blackout“: Es ist Februar, in Kärnten herrscht große Kälte, hinzu kommen starke Schneefälle. Die Situation spannt sich immer mehr an und plötzlich fällt der Strom aus – europaweit und längerfristig.

Die Evakuierung der Landesregierung habe gut funktioniert, bilanzierte Christian Perterer, Sicherheitsbeauftragter im Amt der Kärntner Landesregierung: „Alles hat einwandfrei funktioniert, die Vollständigkeit konnte festgestellt werden.“ Einzig auf ein paar technische Kleinigkeiten sei man aufmerksam geworden, die man nun dank der Übung nachbessern konnte, sagt der Sicherheitsbeauftragte: „Zum Beispiel war in einzelnen Räumen der Alarm zu leise.“ Auch Landesamtsdirektor Dieter Platzer zeigte sich mit dem Übungsverlauf zufrieden: „Die Mitarbeiter haben ruhig und diszipliniert das Gebäude verlassen.“

Mit Hilfe der Kärnten Netz wurde auch ein Notstromaggregat installiert. „Die Vorrichtungen dafür sind vorhanden, allerdings wurde das noch nie getestet. Daher haben wir diese Chance jetzt genutzt“, sagt Kärntens Katastrophenschutzbeauftragter Markus Hudobnik. Das angelieferte Aggregat reichte für die Versorgung aus. Ob man in Zukunft doch ein fixes Aggregat installiert und ob im Haus die gesamte Technik einwandfrei funktioniert hat, werde nun noch erhoben.

Für Ernstfall rüsten

Insgesamt nehmen an der „Combined Success 2018“ fast 120 Personen in den Bezirken St. Veit, Wolfsberg und Klagenfurt-Land sowie in der Landeshauptstadt Klagenfurt teil. Geleitet wird die Übung vom Landeskrisenstab, der von mehreren Experten sowie von den Bezirkskrisenstäben unterstützt wird. Für die Bevölkerung gibt es durch die Übung keine Einschränkungen. „Wir wollen für einen Ernstfall so gut wie nur möglich vorbereitet und abgestimmt sein. Experten zufolge ist es nämlich nicht die Frage ob, sondern wann es in Europa zu einem größeren Blackout kommen wird“, sagt Katastrophenschutzreferent Daniel Fellner (SPÖ).

Pilotprojekt zur Information der Bürger

Neben den Bediensteten aus dem Amt der Kärntner Landesregierung, der Bezirkshauptmannschaften und des Magistrates Klagenfurt sind Experten von Kelag/Kärnten Netz GmbH, Stadtwerke Klagenfurt, Energielenkungsbeirat, Kabeg, ÖBB Infrastruktur AG, Sozialhilfeverband Klagenfurt-Land, Apothekerkammer Kärnten, Zivilschutzverband Kärnten, Bundesheer, Polizei, Rotem Kreuz, Feuerwehr und aus dem Lebensmittelhandel beteiligt. Besonders wichtig dabei sei das gute Zusammenspiel von Behörden, Einsatzorganisationen, Bundesheer, Institutionen, Firmen und Fachleuten, so Landeshauptmann Peter Kaiser (SPÖ): „Ich danke auch dem Landespressedienst und den Kärntner Medien, die im Rahmen dieser Übung unter anderem gemeinsam ein Pilotprojekt zur Information der Bevölkerung gestartet haben.“

Hauptziel von „Combined Success“ ist es, die behördlichen Alarm- und Notfallpläne für die Bewältigung verschiedener Katastrophenszenarien zu überprüfen und durch zu üben. Klagenfurts Bürgermeisterin Maria-Luise Mathiaschitz (SPÖ) dazu: „Im Ernstfall müssen in den Krisenstäben strategische, lebenswichtige Entscheidungen getroffen werden. Eingespielte, erfahrene Teams sind auf Ausnahmesituationen trainiert und das ist im Dienste unserer Mitbürger unerlässlich, um Krisen gut zu meistern.“ Im kommenden Jahr werde es eine Fortsetzung der Katastrophenschutzübung im Westen Kärntens geben, sagt Hudobnik, Der Bevölkerung rät er auf jeden Fall, sich immer wieder in Erinnerung zu rufen, dass ein „Blackout“ passieren kann und man dafür genügend Vorräte zu Hause haben sollte (Liste der benötigten Dinge siehe Kasten unten): „Und man sollte auch die Nachbarschaftshilfe nicht vergessen.“

 

VORRÄTE FÜR DEN NOTFALL

Folgende Vorräte sollten in jedem Haushalt vorhanden sein, um für einen „Blackout“ gerüstet zu sein:

Lebensmittel. Getränke- und Lebensmittelvorrat für alle im Haushalt lebenden Personen für mehrere Tage.

Ersatzbeleuchtung. Kerzen, Zünder, Feuerzeuge, Taschenlampe mit Ersatzbatterien, Petroleumleuchte

Ersatzkochgelegenheit. Trockenspiritus oder Brennspiritus, Campingkocher, Fonduekocher, Brennpaste.

Empfangseinrichtungen. Kurbelradio oder Batterieradio mit Ersatzbatterien

Erste Hilfe-Zivilschutzapotheke. Verbandsmaterial, persönliche Medikamente, schmerzstillende Tabletten.

Hygieneartikel. Toilettartikel, Wasch- und Putzmittel, Müllbeutel.

Notstromversorgung. Notstromaggregate zum Beispiel für die Landwirtschaft.

Alternative Heizmöglichkeit. Heizgeräte, die mit Petroleum oder Flaschengas betrieben werden (Sicherheits- und Betriebsvorschrift beachten!)

Infos im Internet. Mehr Informationen über das richtige Verhalten im Falle eines „Blackouts“ erhalten Sie auf der Homepage des Zivilschutzverbandes Kärnten.

Quelle: https://www.kleinezeitung.at

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